Nach einem regenreichen Rennen hat der Ganassi Stall zum dritten mal in Folge die 24 Stunden von Daytona gewonnen. Dabei kristalisierte sich wieder einmal Scott Pruett zum absoluten Spezialisten heraus und erzielte seinen 8. Gesamtsieg beim legendären Rennen. Rookie Memo Rojas packte nach einer ersten Teilnahme 2007 nun auch den Sprung auf den ersten Platz. Für Juan-Pablo Montoya war es der zweite Sieg in Folge. Sein Kollege Dario Franchitti kommt somit auch in den Klub der Fahrer die sowohl die Indy 500, wie auch die 24 Stunden von Daytona gewonnen haben.
Nach einer langen Nacht (hier wird es um 19h dunkel und um 7h00 erst wieder hell) geht es nun in die Schlussphase des 24 Stunden Rennens von Daytona. Die Autos und Fahrer, die jetzt noch fit sind, werden nochmal kräftiger gasgeben um um den Sieg zu fahren. Bei den Prototypen sieht es für die nächsten 5 Stunden nach einem heissen Fight zwischen Joao Barbosa auf Brumos Porsche und Juan-Pablo Montoya auf RTiley Pontiac aus. Beide sind nach 19 Stunden Renne keine 3 Sekunden auseinander! Bei den GTs ist es nach wie vor ein kampf zwischen dem Mazda RX8 No.70 und den zwei werksunterstützten Porsche 911 von TRG!
Wie bei jedem 24 Stunden Runden werden auch in Daytona kleinere Reparaturen mit hohem Tempo ausgeführt um die Autos wieder auf die Strecke zu bringen. Auch wenn die Mechaniker für das Wechseln einer Kupplung oder eines Kühlers mal 30 Minuten brauchen, lohnt es sich bei so einem langen Rennen immer Hand anzulegen. Hier beim Banner Racing Pontiac hat ein Ausritt in die Wiese den Kühler und eine Vorderradaufhängung lädiert. Keine halbe Stunde später war er wieder im Rennen. Wie geht so was?
Während in Deutschland so ein langweiliges Thema wie ein generelles Tempolimit diskutiert wird, ist mir zu dieser fortgeschrittenen Stunde trotzdem nicht zum Gähnen. Hier in Daytona geht seit 9 Stunden die Post ab. An der Spitze sind immer noch 6 Prototypen in der gleichen Runde. Die Spitzenreiter AJ Allmendinger und Jon Fogarty sind keine 4 Sekunden auseinander! Bei den GTs wird zwischen dem Mazda n°70 (Tremblay/Haskell/Ham/Matos) und dem Porsche n°66 (Miller/Ballou/Lally/Westbrook) hart gefightet. Da bleibt so mancher Ausritt in die Reifenstapel nicht aus! Hier in Daytona erlebt man eine Show, wie man sie sich als Rennsportfan wünscht!
Neben zahlreichen Porsche 911, zwei Corvette, zwei Ferrari, einem halben Dutzend Pontiac G8 und dem BMW M6, zählen die Mazda RX8 zu den lautesten Kontrahenten im GT Feld. Ihr Drehzahlfreudiger Wankelmotor erschallt wie das Sturmtriebwerk eines imperialen Sternenabfängers der sich auf den Millenium Falcon stürzt. Wie ein schnelles Raubtier, hasten sich auch die Mazda RX8 hier in Daytona an ihre Mitstreiter heran. Ihre stärke liegt im ausgewogenem Fahrverhalten und leichtem Gewicht ihres Gitterrohrahmens über den eine Glasfaserhaut gestülpt ist. Zudem hat der Wankelmotor gute Verbrauchswerte im Rennbetrieb. Bei der heutigen Regenwarscheinlichkeit von 40% könnten die Mazda sogar ihre fehlende Topspeed wettmachen.
In der Grand-Am Serie gibt es wie in der Le Mans Serie, Prototypen und GTs. Hier sollte man denken, dass die Prototypen reine Rennmaschinen und die GTs auf Strassenfahrzeugen aufgebaut sind. Richtig ? Nicht ganz. In der Grand-Am gelten auch als GT, Fahrzeuge mit Hausgemachtem Gitterrohramen und einer Aussenhaut, die von einem Serienfahrzeug stammt. So auch dieser hammer von einem BMW M6! Die Karrosserie besteht zu 100% aus Kolhlefaser und der Rahmen ist nach NASCAR Vorbild gebaut. Wenn auch nicht der schnellste im Qualifying, so ist dieser Bayer aus Miami schon mal das coolste Auto im Starterfeld der 24 Stunden von Daytona 2008!
In der Vielzahl von 25 Porsche 911, die dieses Jahr über die Hälfte des GT Feldes beim 24 Stunden Rennen von Daytona ausmachen, hebt sich der Terra Firma Elfer Nummer 17 von Zitza, Jensen, Jensen und Taylor durch seine Optik aus der Masse heraus. Fährt mann ihm hinterher, straft einen der stahlblaue Blick von Steve McQueeen . Fährt man vor ihm, sieht man das Bild von Raquel Welch im Rückspiegel und lenkt einen mit ihren sinnlichen Kurven ab. Beim Überholen grüsst Clint Eastwood lässig beim lesen seiner Morgenzeitung. So kann einem selbst ein allerwelts 911er gefallen!


