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Französische Autoindustrie bekommt Hilfe vom Staat!
Da auch in unserem Nachbarland die aktuelle Krise nicht spurlos vorbeigeht will Frankreich mit einem Milliarden-Programm die Konjunktur
wieder ankurbeln. Hierbei hat vor allem die Autoindustrie und der Bau erste Priorität. Der Präsident Nicolas Sarkozy will dabei für diverse Infrastruktur-Projekte rund zehn Milliarden Euro
zusätzlich ausgegeben. Zusammen mit einigen Industriepartnern will der Staat ein Fonds von 300 Millionen Euro zur Restrukturierung der Autobranche auflegen und ihnen somit unter die Arme greifen.
Hierbei will der französische Staat sofort 100 Millionen Euro reinpumpen, daneben soll eine Verschrottungsprämie für
Lieferwagen von 1.000 Euro gezahlt werden, um die Produktion zu stützen. Auch eine Kreditfinanzierungslinie von rund einer Milliarde Euro für Darlehen zum
Autokauf will die Regierung locker machen. "Der Staat ist bereit, alles zu tun, um die
Autobranche zu retten", sagte Sarkozy. Die einzige Bedingung für die Geförderten ist allerdings, dass sie ihre Produktion im Inland belassen und sie nicht wie so oft ins Ausland verlagern.
Bild: archiv
Quelle: automobilwoche
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Kommentare
merianson
13.12.2008 19:39:55
Präsident Sarkozy baut auf "Schulden machen", um eine sog. Restrukturierung der Autoindustrie zu ermöglichen. "Staatshilfen" werden mit dem Geld anderer bezahlt: den Bürgern Frankreichs. Die Folgegeneration muss die Ausgaben (Zins + Kredit) zurückbezahlen. Wenn Frankreich heute zu sehr auf Pump lebt und keine wirklichen Fortschritte erbringt, führen die Ausgaben nur zu einer Verschlimmerung der Lage in einigen Jahren. Das ist der Preis für heutige populistische Ausgaben ... ein Phyrussieg.
Momentan produzieren die vielen nationalen und internationalen Autofabriken einfach mehr Autos, als sie absetzen können. Bis auf wenige Herstellerausnahmen werden zudem Autos produziert, die einfach keinen Käufer finden. Hilfreich ist nur ein Produktionsstop auf ein Nieveau der derzeitigen Absatzmöglichkeiten; sonst bleiben nur Notverkäufe, die nicht zur Gewinnlage beitragen.
Möchte die Politik helfen, muß sie massiv mithelfen neue Technologieebenen durch Infrastrukturausgaben positiv zu begleiten. Beispiel: Für die Konzerne ist der Aufbau eines Stromtankstellennetztes aus Kostengründen nicht machbar. Hier könnte der Staat einspringen und in einem ersten Schritt als öffentlicher Investor in den Ballungszentren Stromeinspeisungsplätze bauen lassen. "Staatsgelder" aber in jeder Krise zu gewähren, führt nur zu einem gesteigerten Verlangen nach "mehr Geld"; ob der Geldfluß wirklich positiv ist, werden insbesondere England und Frankreich zeigen. In England wird es m.E. floppen, da es den Unternehmen hilft "mehr" einzunehmen, wenn sie den MwSt-Steuer Senkung nicht o. nur in Teilen weitergeben. Die Preise werden sich hier weniger stark reduzieren, wie es die Theoretiker glauben machen wollen; ein Geschenk letztendlich für die Wirtschaft, die diese Quersubvention dankbar annimmt. Der Durchschnittsengländer aber dafür zahlen läßt (spätere Stuerrückzahlungen). In Frankreich führt es zumindet in fest definierte Ausgabensenken.
Autoindustrien müssen Autos bauen, die technologisch führend sind und begehrlich designt sind. Wenn Subventionen nur dazu führen "die alten Modelle" länger zu bauen und keine technologischen Mehrleistungen realisiert werden ..., ist es nur ein Aufschub bis zur nächsten Krise.
Die landwirtschaft wird in der EU massiv subventioniert; wenn die Autoindustrie dem folgt, werden die Autos nicht wirklich schneller besser, sondern nur Kundenkäufe etwas zeitlich vorgezogen. Grundsätzlich sind Subventionen "ein süßes Gift", wenn man diese dauerhaft konsumiert. Sie verzögern Anpassungen ... helfen aber nicht wirklich. Hilfreich ist nur eines : Neue Autos zu bauen, die um Quantensprünge besser in den Betriebskostenblöcke der Fahrzeugnutzer sind.

